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2026

Proportionalität der Kritik – Relationales Denken als Bildungsaufgabe in der Polykrise

Elena Wilhelm

Hochschulen stehen weltweit vor der Herausforderung, Bildung unter Bedingungen multipler, miteinander verflochtener Krisen zu gestalten. Steigende Erwartungen an gesellschaftliche Transformation, politische Positionierung und globale Verantwortung gehen dabei häufig mit affektiver Überforderung, Moralisierung institutioneller Prozesse und konflikthaften Dynamiken einher. Der Beitrag entwickelt das Konzept des relationalen Denkens als theoretische Heuristik mittlerer Reichweite, die eine Leerstelle zwischen Critical Thinking, Global Competence und professioneller Urteilskraft adressiert. Relationales Denken bezeichnet die Fähigkeit, Kritik, Verantwortung und Handlungsansprüche proportional zu strukturellen Bedingungen, institutionellen Handlungsspielräumen und zeitlichen Dynamiken zu relationieren. Proportionalität der Kritik fungiert dabei nicht als normative Mässigung, sondern als Kalibrierung kritischer Urteilskraft im Hinblick auf transformative Wirksamkeit. Auf der Basis einer analytischen Typenbildung werden charakteristische Formen fehlender Relationierung identifiziert, die unter Bedingungen der Polykrise zu Überforderung, Verantwortungs­hypertrophie oder institutioneller Blockade führen. Abschließend werden didaktische, organisationale und empirische Implikationen skizziert und relationales Denken als zentrale Bildungsaufgabe einer weltbezogenen, handlungsfähigen Hochschulbildung positioniert.

In Einreichung

 

 

 

​2025

Die Chimäre des doppelten Kompetenzprofils 

Elena Wilhelm

Das doppelte Kompetenzprofil – die gleichzeitige wissenschaftliche und praktische Expertise von Dozierenden – ist ein bildungspolitisches Leitkonzept ohne tragfähige theoretische Basis. Der Artikel zeigt, dass es strukturelle Spannungen individualisiert und epistemische Unterschiede verwischt. Stattdessen plädiert er für eine Perspektive, die Professionalisierung als reflexive Integration von Theorie und Praxis versteht. Für die Hochschulentwicklung bedeutet dies: differenzierte Rollenprofile, kooperative Strukturen und curriculare Formate, die Theorie und Praxis produktiv verbinden, statt Überforderung einzelner.

Wilhelm, E. (2025). Die Chimäre des doppelten Kompetenzprofils. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 20(3), 77–103. https://doi.org/10.21240/zfhe/20-3/04

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​​​​2025

Karrieremodelle und Professionalisierung des Hochschulnachwuchses 

Corinna Geppert, René Kremkov und Elena Wilhelm (Hrsg.)

Das Themenheft der ZFHE soll in seinen Beiträgen aufzeigen, welche Karrieremodelle für den Hochschulnachwuchs empirisch vorhanden sind und wie diese mit aktuellen hochschulischen Entwicklungen in Zusammenhang stehen. Darüber hinaus sollen auch Konzepte für die Neugestaltung bzw. Weiterentwicklung von Karrieremodellen und -massnahmen vorgestellt und diskutiert werden. Mit diesem Call laden wir dazu ein, in Forschungsbeiträgen, forschungsgeleiteten Entwicklungsbeiträgen oder Entwicklungsbeiträgen im Rahmen dieses Themenhefts Erkenntnisse im Bereich Karrieremodelle und Professionalisierung des Hochschulnachwuchses darzustellen, um auch zugleich deren Bedeutung für Hochschulgovernance aufzuzeigen. Herausgeber:innen des Themenheftes der ZFHE sind René Krempkow, Corinna Geppert und Elena Wilhelm. Erscheinungstermin ist der Juni 2025.

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​​​​2025

Profile bilden und Pfade öffnen. Wissenschaftliche Karrieren zwischen Struktur und Selbstgestaltung

René Krempkow, Corinna Geppert und Elena Wilhelm

Wissenschaftliche Karrieren sind heute durch zunehmende Komplexität, Unsicherheit und strukturelle Heterogenität geprägt. Das Heft beleuchtet diesen Wandel aus institutioneller, individueller und politischer Perspektive. Es zeigt, wie technologische, ökonomische und gesellschaftliche Transformationen neue Anforderungen an den wissenschaftlichen Nachwuchs stellen und klassische Karriereverläufe zunehmend infrage stellen. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach professionellen Rollenerwartungen, neuen Beschäftigungsformen und der Relevanz alternativer Laufbahnmodelle. Das Themenheft versammelt empirisch fundierte, theoriegeleitete und praxisnahe Beiträge, die zeigen, wie Hochschulen aktiv zur Gestaltung nachhaltiger akademischer Karrierepfade beitragen können. Es wird argumentiert, dass wissenschaftliche Karrieren nicht nur durch individuelle Leistung, sondern im Zusammenspiel mit strukturellen Bedingungen und institutionellen Strategien entstehen. Damit leistet das Heft einen Beitrag zur notwendigen Re-Definition wissenschaftlicher Laufbahnen im 21. Jahrhundert.

Krempkow, R., Geppert, C., & Wilhelm, E. (2025). Editorial: Profile bilden und Pfade öffnen. Wissenschaftliche Karrieren zwischen Struktur und Selbstgestaltung. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 20(2), 9–14. https://doi.org/10.21240/zfhe/20-2/01

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​​2024

Umbau statt Ausbau: Die Hochschule im
Zeichen von Weiterbildung und lebenslangem
Lernen

Elena Wilhelm

Es wird zunächst skizziert, wie sich die wissenschaftliche Weiterbildung in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich in den vergangenen Jahren entwickelt hat (Kapitel 1). Wissenschaftliche Weiterbildung wird dabei als ausschließlich an Hochschulen angebotene Weiterbildung auf akademischem Niveau verstanden (vgl. HRK 2021). In Kapitel 2 wird begründet, warum die Zukunft der Weiterbildung den kleinen Formaten gehört und es werden einige Fragen zum „Modell Österreich“ zur Diskussion gestellt (Kapitel 3). Der Trend hin zu Klein- und Kleinstformaten stellt das klassische Muster der Hochschulbildung infrage, wonach akademische Bildung in Form von starren Studiengängen vermittelt wird, deren erfolgreicher Abschluss zum Erwerb eines akademischen Titels führt (vgl. DUZ Spotlight 2019, S. 4). Bildungsabschlüsse sind keine lebenslange Legitimation mehr für berufliche Kompetenzen. Sie vermitteln ein falsches Gefühl der Sicherheit und halten die Illusion aufrecht, dass Erwerbsarbeit und das dafür erforderliche Wissen statisch sind. In Kapitel 4 wird aufgezeigt, dass Weiterbildung nur ein Aspekt des lebenslangen Lernens ist und es werden Thesen zur Zukunft der Hochschulbildung unter dem Aspekt des lebenslangen Lernens formuliert. Was an Hochschulen inhaltlich gelehrt und gelernt wird, wird künftig weniger programmatisch vorab als vielmehr durch die Interaktion zwischen Dozierenden und Studierenden ad hoc festgelegt werden. Die Bedeutung von individualisierten Bildungsangeboten nimmt zu und die Bildungsangebote werden zeitlich, örtlich und thematisch viel flexibler und vielfältig kombinierbar.

In: AQ Austria: Hochschulbildung weitergedacht. Lebensbegleitendes Lernen an Hochschulen: Standpunkte und Perspektiven

Verfügbar unter: AQ Austria

 

 

 

​2023

Historical Context in Higher Education Switzerland

Elena Wilhelm

The publication provides a historical overview of the development of the higher education system in Switzerland.

In: Bloomsbury Education and Childhood Studies 

DOI: 10.5040/9781350934412.008

​​2023

Editorial: Hochschulbildung der Zukunft – Ein Resultat von Ausdifferenzierungsprozessen 

Christian Wassmer, Carole Probst, Katharina Sommer und Elena Wilhelm

Die Hochschulbildung der Zukunft steht vor großen Herausforderungen. Hochschulen sind in Bezug auf ihre Bildungsangebote mit wachsenden Erwartungen unterschiedlicher Anspruchsgruppen konfrontiert und positionieren sich in einem kompetitiven Feld. Angesichts dieser dynamischen Veränderungen stellt sich die Frage, wie Hochschulbildung künftig gestaltet sein muss, um den rasanten Entwicklungen gerecht zu werden. In diesem Heft befassen wir uns daher mit Konzepten, Analysen und Ideen zur künftigen Hochschulbildung. Hierbei fokussiert das Heft auf die Organisation und Governance der Hochschulbildung, auf die Öffnung der Hochschule und die Individualisierung der Bildung, auf künftig relevante Kompetenzen, die Studierende erlangen müssen, sowie auf neue Formen von Prüfungen und Prüfungssettings.

In: Zeitschrift für Hochschulentwicklung, Jg. 18, Heft 3, S. 9-21. 

Verfügbar unter: https://doi.org/10.21240/zfhe/18-03/01

 

 

​​​​2023

Hochschulbildung der Zukunft

Christian Wassmer, Katharina Sommer, Carole Probst und Elena Wilhelm (Hrsg.)

In einer sich rasch verändernden Welt wandeln sich auch die Ansprüche an Hochschulen. So müssen Studierende zunehmend für Stellenprofile oder Jobs ausgebildet werden, die es heute noch gar nicht gibt. Angesichts des dynamischen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeldes stellt sich die Frage, wie Hochschulbildung künftig gestaltet sein muss, um diesen Entwicklungen sowie den individuellen und gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Neben der Frage nach den zu erlernenden Kompetenzen und den Bildungsinhalten stellt sich auch die Frage nach den künftigen Bildungsformaten sowie Lehr- und Lernformen. In diesem Heft gehen wir der Frage nach, wie die Hochschulbildung der Zukunft aussehen und wie diese von Hochschulinstitutionen gestaltet und organisiert werden kann. Diese Fragen werden aus mehreren Perspektiven beleuchtet.

Zeitschrift für Hochschulentwicklung, Jg. 18, Heft 3. 

Download unter: https://www.zfhe.at/index.php/zfhe/issue/view/81

ISBN 9783757830113

Verfügbar unter: https://doi.org/10.21256/zhaw-28999

 

 

​​2022

Beiträge zur Hochschulentwicklung

René Krempkow, Elena Wilhelm und Olaf Zawacki-Richter (Hrsg.)

Mit diesem Heft betritt die ZFHE Neuland. Denn dies ist die erste Ausgabe, die komplett aus freien Beiträgen besteht. Hintergrund ist die deutliche Zunahme der Einreichungen für freie Beiträge in den letzten Jahren, die dies erst möglich machte. Zudem gab es im vergangenen Jahr durch das Editorial Board eine Neukonzeption der Rubriken, die seit diesem Jahr als freie Beiträge nicht mehr nur die Einreichung von Forschungsbeiträgen, sondern in allen Rubriken ermöglicht (also Forschungsbeiträge, Forschungsgeleitete Entwicklungsbeiträge und Entwicklungsbeiträge. Insgesamt gab es 53 Einreichungen, sodass die Auswahl der Beiträge sich recht kompetitiv gestalten musste und nur eine geringe Annahmequote der Einreichungen aufgrund des nun einmal begrenzten Platzes eines solchen Heftes von vornherein unvermeidlich war. Die Themen der Einreichungen waren erwartungsgemäß sehr breit gefächert und reichten von Hybrid- bzw. Hyflex-Lehre über Studienverhalten, Studienerfolgsmanagement, Folgen der digitalen Transformation für das Personal, Gleichstellung in der Nachwuchsförderung bis Wissenschaftskommunikation – um nur exemplarisch einige herauszugreifen.

Zeitschrift für Hochschulentwicklujng, Jg. 17, Heft 2

ISBN 9783756232338

Download unter https://zfhe.at/index.php/zfhe/issue/view/74

 

 

 

​​​​2021

Die Zukunft gehört der Blended University

Christian Wassmer und Elena Wilhelm

 

Die Heterogenität in Lehr- und Lernsettings muss als Chance für den Bildungsprozess sowie die Individualisierung und Flexibilisierung von Bildung betrachtet werden. Eine Polarisierung zwischen Online-Lehre und Lehre vor Ort ist fehl am Platz. Ein Plädoyer für die Blended University.

Impact der ZHAW, Ausgabe 54. 

Download von der ZHAW-Seite

 

 

 

2021

Hochschule der Zukunft

Elena Wilhelm

Über die Hochschule als offene Plattform, die Wichtigkeit des lustvollen Experimentierens und die Bedeutung der Lernraumgestaltung

In: Das Magazin der Pädagogischen Hochschule, Heft 3

 

 

2021

KESB: Soziale Arbeit zweitrangig?

Elena Wilhelm

 

Das interprofessionelle Handeln im Kontext des Kindes- und Erwachsenenschutzes ist empirisch wenig abgesichert. Die kleine Fallstudie zeigt anhand von drei Gesprächen mit zwei Sozialarbeiterinnen und einem Sozialarbeiter der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde bzw. des Familiengerichts auf, was unter sozialarbeiterischem Handeln im Kindes- und Erwachsenenschutz verstanden wird und wie das interprofessionelle Handeln aus Sicht der Sozialen Arbeit gelingt. Eine Studie von Müller-Hermann et al. (2017) kommt zum Schluss, dass die Vorstellung, dass in einem interprofessionellen Entscheidungsgremium das je spezifische Wissen unterschiedlicher Professionen ein- und zusammengebracht wird, nur sehr begrenzt zutreffe. Es würden vielmehr Denk- und Arbeitsweisen aufeinandertreffen, die kaum miteinander vereinbar seien. Die Sozialarbeiterinnen als Fachfremde würden wie Laienrichterinnen behandelt, die von der vorsitzenden Richterin geführt werden. Die Erkenntnisse aus den drei Gesprächen bestätigen diesen Befund nicht. Die interprofessionelle Zusammenarbeit erweist sich als herausfordernd, konfliktanfällig aber zielführend. In den Gesprächen kommt gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung der Beteiligten der unterschiedlichen Professionen zum Ausdruck und die Bereitschaft, sich aufeinander und die unterschiedlichen Kompetenzen einzulassen. Natürlich tauchen auch Reminiszenzen an Zeiten juristischer Vormachtstellung und andere Entwicklungsbedarfe auf. Insgesamt aber ist die Soziale Arbeit auf gutem Weg, das von Kay Biesel und Stefan Schnurr (2014) formulierte Best-Case-Szenario der Sozialen Arbeit im Kindes- und Erwachsenenschutz zu erreichen.

In: Zeitschrift für Kindes- und Erwachsenenschutz, 2021, S. 303-319.

 

 

 

​2020

Zehn Thesen zur Entwicklung Pädagogischer Hochschulen

Elena Wilhelm

 

Seit Lehrerinnen und Lehrer in öffentlichen Bildungsinstitutionen ausgebildet werden, sind verschiedene Fragen ihrer Ausbildung immer wieder kritisch diskutiert worden. In Talkshows und Medien wird mitunter der Eindruck vermittelt, dass die Lehrerbildung wie auch die Schulen vor allem aus Defiziten bestehen. Konstitutiv für den heutigen Diskurs ist, dass nicht nur unterschiedliche Strukturen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung auf dem Prüfstand stehen. Es geht vielmehr um ganz unterschiedliche Vorstellungen dessen, was denn in der heutigen Zeit die Aufgabe einer Lehrerin und eines Dozenten überhaupt noch sein könne und es geht um die Frage, welche Implikationen das für die Pädagogische Hochschule hat. Ich beleuchte eine fundamentale Kritik und eine Utopie – sowohl der Volksschule als auch der Hochschule – und spitze sie zu in der Kritik «Lehren ohne Lernen» und der Utopie «Lernen ohne Lehren». Basierend darauf formuliere ich im Anschluss zehn Anregungen für die künftige Entwicklung der Pädagogischen Hochschule.

Das Hochschulwesen. Forum für Hochschulforschung, -praxis und -politik, 2020, 1+2, S. 31-39

Download von ResearchGate

 

 

 

​2020

Wissenschaft in der Vertrauenskrise?

Elena Wilhelm, Carole Probst und Christian Wassmer

​​

In letzter Zeit wird immer wieder das Schwinden des Vertrauens in die Wissenschaft moniert. Eine mögliche Schlussfolgerung aus dem (vermeintlichen) Vertrauensverlust ist die Forderung nach mehr Einmischung der Wissenschaft in die Politik und nach Hochschulen, die eine Rolle als gesellschaftliche «Change Agents» wahrnehmen. So Markus Vogt in seinem «Buch Ethik des Wissens. Freiheit und Verantwortung der Wissenschaft in Zeiten des Klimawandels» (2019). Eine andere Antwort auf den Vertrauensverlust ist die Suche nach einer Begründung, weshalb man der Wissenschaft überhaupt trauen kann und soll. Auf diese Spurensuche begibt sich Naomi Oreskes in ihrem Buch «Why trust Science?» (2019). Wir stellen nachfolgend diese beiden Bücher vor, kommentieren sie und machen uns Gedanken darüber, welche Implikationen sich daraus für die Wissenschaft und die Hochschulen ergeben.​

GAIA - Ecological Perspectives on Science and Society, Jg. 29, Heft 1, S. 52-54.

Download von ReserachGate

 

 

 

​​​​2019

Aufklärung und Wissenschaft in der Krise?

Elena Wilhelm

Der Glaube an die Wissenschaft scheint derzeit zu erodieren und die Kulturpessimisten sehen das Ende der Aufklärung, der Wissenschaft und der westlichen Gesellschaft nahen. Die Prognose der kulturpessimistischen Philosophen und Autoren wie beispielsweise des französischen Philosophen Michel Houellebecq, des slowenischen Kulturkritikers Slavoj Žižek oder des deutsch-koreanischen Philosophen Byung-Chul Han sind düster. Sie prophezeien die Rückkehr der Religionen und damit das nahe Ende Europas. Die Aufklärung, die Wissenschaften hätten falsche Versprechen gemacht und keinen Werteersatz für die Religionen geboten. Sie hätten komplett versagt. «Der Laizismus, der Rationalismus und die Aufklärung, deren Grundprinzip die Abkehr vom Glauben ist, haben keine Zukunft.» (Houellebecq 2015a). Die Kulturpessimisten sehen ein neues Mittelalter aufziehen, in dem religiöse und patriarchale Werte die Gesellschaften prägen werden. Das moderne Europa verschwinde, die Wissenschaften würden irrelevant. Torkelt die Moderne, das Abendland tatsächlich seinem Ende entgegen? Steht Europa kurz vor dem Kollaps?

Wissenschaftsmanagement - Zeitschrift für Innovation, 2019, Jg. 24, Heft 1, S. 141-148

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2019

Wissenschaft und Demokratie

Elena Wilhelm

In seinem Leitartikel «Haltet den Dieb! Er ist ein Intellektueller» konstatiert Roman Bucheli das Schwinden des Vertrauens in Bildung und Wissenschaft, einen verbreiteten Argwohn gegenüber Wissenschafterinnen und Wissenschaftern und als Kollateralschaden wissenschaftlichen Betrugs einen Reputationsverlust selbst noch der seriösesten Forscher.

Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2019, 9

Download bei Neue Zürcher Zeitung

 

2019

The University as an Open Platform?
A Critique of Agility

Elena Wilhelm

 

The agile organisation is a concept in a whole series of supposedly new organisational concepts of recent decades. The demand for agility in the organisational context is based on the assumption that the environment develops increasingly disruptively and that organisations must adapt agilely to these disruptive developments. However, the theory of disruptive development is fraught with problems, and, thus, the theoretical and empirical basis of justification for agile organisation is rather weak. The article discusses the dilemmas of agile universities in the form of nine theses. Agility does not solve the main problem of the lack of innovation. Agility, as defined by the majority, is a form of passivity towards the environment, yet it is not only about adaptation, but also about active transformation. We do not need more agility, but rather more innovation. The concluding remarks set out in four points what remains of agility for the university.

Beiträge zur Hochschulforschung, 2019, 41, 3, 66-79

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2018

Dialektik der Hochschulautonomie

Elena Wilhelm, Carole Probst und Christian Wassmer

Strukturelle Veränderungen in der Umwelt von Organisationen und damit einhergehende institutionelle Erwartungen, die an diese gestellt werden, führen zu einer Anpassung von Strukturen, Abläufen, Handlungen und Instrumenten in den Organisationen selbst – sowohl aus Gründen der Legitimitätserhöhung gegenüber der Umwelt, als auch aus Gründen der strategischen Positionierung innerhalb der Umwelt.

Das Hochschulwesen 2018, 66, 1+2, 5-12

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2018

Ökonomische Ungleichheit in der Schweiz

Mischa Croci-Maspoli und Elena Wilhelm

Ursachen und Auswirkungen der ökonomischen Ungleichheit gehören zu den wichtigsten Themen unserer Gesellschaft. Angeregt durch die Studien von Thomas Piketty wird in dieser Studie die ökonomische Ungleichheit in der Schweiz von 1981 bis 2014 untersucht. Dabei wird auf die Diskussion von Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen fokussiert. Die Vermögensungleichheit wurde bisher in der Forschung kaum berücksichtigt und ist erst in jüngerer Zeit in den Fokus des Interesses gerückt. Als Datengrundlage werden Steuerdaten, sowie Daten des Global Wealth Databook und der Weltbank verwendet. Zur methodischen Kontrolle werden drei verschiedene Ungleichheitsmasse verwendet. Die Resultate zeigen, dass die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen in der Schweiz während den letzten zwanzig Jahren zugenommen hat, wobei sowohl die Ungleichheit wie auch die Zunahme bei den Vermögen deutlich stärker ausgeprägt ist als bei den Einkommen. Das Vermögen ist ein entscheidender Faktor für die ökonomische Ungleichheit. Immer wieder gleichgesetzt wird die Armuts- und die Ungleichheitsfrage. Es geht in der Frage nach der ökonomischen Ungleichheit in der Schweiz jedoch nicht primär um Armutsfragen, sondern um mögliche Implikationen der ökonomischen Ungleichheit auf politischer, gesellschaftlicher und sozialer Ebene. Starke ökonomische Ungleichheit kann demokratische Prinzipien gefährden und zu politischer, ökonomischer und sozialer Instabilität führen. Diese Implikationen hängen nicht davon ab, wie vermögend eine Gesellschaft als Ganzes ist, sondern wie der Wohlstand innerhalb einer Gesellschaft verteilt ist («relative Ungleichheit»). Über die eigenen Erkenntnisse hinaus wurde deutlich, dass es in der Schweiz mehr Ungleichheitsforschung auf der Basis von Mikrodaten braucht. Empirisch differenzierter zu eruieren sind auch die Auswirkungen der Pensionsguthaben auf die Ungleichheit und für die internationale Komparatistik wird vorgeschlagen, die Differenz von Gini-Einkommen und Gini-Vermögen zu berechnen.

Abschlussarbeit im Rahmen des EMBA UZH 2018

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2017

Wozu braucht eine Hochschule eine Strategie?

Elena Wilhelm

Was kann und soll eine Strategie an einer Hochschule bewirken? Sie kann und soll eine Bewegung ermöglichen, sie kann eine – zumindest zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung – als sinnvoll und wünschenswerte Richtung des Suchens aufzeigen. Erst eine Strategie ermöglicht, sich anders als nur reaktiv zu verhalten. Sie kann zum Nachdenken anregen und sie kann Fragen aufwerfen. Sie kann zum fach- und disziplinübergreifenden Diskurs ermuntern. Sie kann Stellung beziehen zu spezifischen Fragen und Problemen unserer Welt. Sie kann eine gewisse Kohärenz im Verständnis von Bildung und Forschung herstellen. Sie kann Kraft und Orientierung verleihen. Sie kann zum Dialog, zur Lebendigkeit und zur Zukunftsfähigkeit einer Hochschule beitragen.

Referat an der ZHAW

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2017

Wozu Qualitätskultur?

Elena Wilhelm

Das Konzept Qualitätskultur wurde ursprünglich als Gegenbewegung zu einem technizistischen Verständnis von Qualitätssicherung eingeführt. Heute wird unter Qualitätskultur eine operationalisierbare und messbare Dimension verstanden. Das führt zu noch mehr Vermessungen. Ich plädiere zusammen Lee Harvey und Bjørn Stensacker dafür, Qualitätskultur als eine Einladung zur kontextabhängigen, kontroversen Diskussion und Reflexion unter  Peers aufzufassen und nicht als ein «Set von Erzeugungsprozeduren».

Qualität in der Wissenschaft 2017, 11, 1, 2-9

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2015

Der Wissenschaft Mores lehren?

Elena Wilhelm

 

Die grösste Gefahr für die Objektivität in jedem beliebigen Kontext geht wohl nicht von bösen Individuen aus, die täuschen, fälschen und betrügen.  Wir müssen den Institutionen mehr Aufmerksamkeit schenken, die sowohl Max Weber wie auch die Wissenschaftstheoretiker/innen nach ihm nur marginal thematisierten. Wir brauchen eine institutionelle Wende im Diskurs um Objektivität. Die ethische Verantwortung der Institutionen der Wissenschaft für das, was sie weshalb erforschen oder eben auch nicht erforschen sowie für die möglichen Anwendungen und Folgen ihrer Forschung lässt sich nicht seriös abweisen, auch wenn viele das wissenschaftsinterne Ethos der Objektivität und Freiheit als Argument gegen eine wissenschaftsexterne Ethik als Ausrede missbrauchen. 

Referat an der ZHAW

 

 

 

​​​​2014

Kritik als Praxis

Elena Wilhelm

 

Die Wissenschaft kennt professionseigene Modi der Qualitätsbewertung und -kontrolle – wie den «organisierten Skeptizismus» (Merton 1942), die «kollegiale Kontrolle» (Goode 1957) oder die «wissenschaftliche Reflexivität» (Bourdieu 1993) – welche sie konsequent und ernsthaft anwenden, weiterentwickeln und nach aussen hin sichtbar machen sollte. Selbstkontrolle und kollegiale Kontrolle unterliegen gewissen Bedingungen. Es bedarf einer spezifischen Haltung und eines wissenschaftsadäquaten Begriffs von Kritik, welche keine Wahrheitsposition beansprucht, sondern selber zur Gestaltungspraxis wird. 

Buchkapitel in: AQ Austria (2014): Qualitätssicherung, 2014, 103-125

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2014

Forschungsbasierte Entwicklung von Studiengängen

Elena Wilhelm und Esther Forrer

Der Entwicklungsprozess war weit mehr als eine Studiengangentwicklung. Es mussten neue Führungs- und Kommunikationsinstrumente entwickelt werden. Lehre und Forschung wurden strategiebasiert verbunden. Es ging um die Herstellung einer lernenden Organisation und einer neuen Lehr- und Lernkultur, einer kooperativen Hochschulkultur, welche ein Klima des Vertrauens schafft. Der Prozess hat zur Selbstvergewisserung beigetragen. Zu einer Art der Selbstreflexivität, die im Sinne Bourdieus kein individuelles Unterfangen, sondern ein kollektives Unternehmen ist.

Buckapitel in: Huber et al. (2014): Forschendes Lehren im eigenen Fach, 257-278

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2013

Strategische Entwicklung durch Peer Review

Elena Wilhelm

Evaluation von Forschung an Fachhochschulen ist unabdingbar für ihre weitere Professionalisierung. Die Selbstvergewisserung durch Evaluation dient nicht nur der Reflexion und der gezielten Steuerung der Forschung, sondern auch der Aufmerksamkeitssteigerung ihr gegenüber. Im Beitrag wird ein Evaluationsmodell von Forschung an Fachhochschulen sowie dessen Umsetzung dargelegt und diskutiert. Es werden der Entstehungsprozess und die konzeptionelle Grundlegung skizziert, die Implementation und Durchführung geschildert, die wichtigsten Ergebnisse dargelegt und abschliessend wird diskutiert, welches die Chancen, Erfolgsfaktoren und möglichen Schwierigkeiten der gewählten Evaluationsform sind. 

Zeitschrift Forschung. Politik - Strategie - Management, 2013, 6, 1+2,12-18

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2012

Konzept Peer Review Forschung und Entwicklung

Elena Wilhelm und Gabriela Christen

Die Hochschule Luzern hat unter meiner Leitung ein Konzept für ein Peer Review Verfahren der Forschung und Entwicklung erarbeitet. Die Peer Review diente der Hochschule Luzern der strategiebasierten Beurteilung der Forschung und Entwicklung, unterstützte die Departemente bei ihrer Erfolgskontrolle sowie der strategiebasierten Umsetzung und Weiterentwicklung des Pofils.

Booklet 

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2012

Gebäude als System

Elena Wilhelm und Ulrike Sturm

   

Bauen ist eine komplexe Denk- und Handlungspraxis, die sich mit ästhetischen, technischen, ökonomischen, rechtlichen, sozialen, ökologischen, politischen und kulturellen Aspekten auseinandersetzen sollte. Die Komplexität dieses Handelns ist nur noch in enger Zusammenarbeit unterschiedlicher Expertinnen und Experten bearbeitbar. Das Buch vereint 26 Beiträge, die das Gebäude in seinem gesellschaftlichen und sozialen Kontext, in seiner Materialität und Wirtschaftlichkeit, in seiner kulturellen Ausdrucksgestalt und als Ort der Kommunikation und Interaktion beleuchten. Im Sinne einer Kunst am Bau und einer Kunst am Planungsprozess hat der Künstler Ronny Hardliz den Buchinhalt ornamental bearbeitet und die Artikel mit verschiedenen künstlerischen Interventionen miteinander in Bezug gesetzt. Er begreift damit die Publikation selbst als eine Art Gebäude als System.

  

Herausgeberschaft. Erschienen 2012 bei ETH Verlag und Interact Verlag

Download Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

2012

Von der Kritik des statischen Objekts zur Erkundung des bewegenden Projekts

Elena Wilhelm

Ohne jeden Zweifel ist eine fachimmanente, sich an ein Fachpublikum richtende Entwurfs-, Bau- und Architekturkritik notwendig. Sie ist ein Indiz ihrer Professionalisierung. Jede Profession hat ihre diskursiven Orte und ihre Fachsprache, die der gegenseitigen Verständigung, Kontrolle und Aufklärung dient. Gleichzeitig ist es wünschenswert, dass der Diskurs über Architektur und über das Bauen stärkeren Eingang in den lokal-, regional- und gesellschaftspolitischen und -kulturellen Diskurs findet. Kritik soll dabei nicht beurteilen und anklagen, sondern unseren Blick verschieben. Es ginge in der künftigen «Architekturkritik» um eine kritische Erkundung des dinglichen Wesens eines Gebäudes und nicht um eine Kritik seines objektiven Wesens. Damit rückt die empirische (und zugleich historische) Frage nach den gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen und Konsequenzen eines Gebäudes gegenüber einer theoretischen Frage nach der ästhetischen Dimension des Gebäudes in den Vordergrund.

Buckapitel in: Wilhelm et al.: Gebäude als System, 2012, 302-311

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2012

Kunst als Herstellung sozialräumlicher Aneignungskultur

Elena Wilhelm und Angelika Juppien

   

Chinas Immobiliensektor und die mit diesem Sektor verbundene Bauindustrie boomen unaufhaltsam. Entsprechend hoch ist der Druck auf Architekten und Wohnbaugesellschaften, das eigene Produkt aufzuwerten um sich im Wettbewerb um Käufer erfolgreich zu behaupten. Eine Möglichkeit der Aufwertung von Bauprojekten ist die internationale Zusammenarbeit. Vor diesem Hintergrund luden zwei Architekturbüros und ihr Investor ein interdisziplinäres Team der Hochschule Luzern zu einem dreiwöchigen Aufenthalt nach Kunming, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Yunnan, ein. Durch die Zusammenarbeit sollte einerseits die Diskussion einer sozial und kulturell reflektierten Siedlungsentwicklung am Beispiel der Siedlung «Impression Kunming» angeregt und andererseits ein Dialog über das Beziehungsgeflecht «Stadtraum und Kunst» am Beispiel dieser Siedlung in Gang gesetzt werden. Das Team: zwei Künstler, eine Architektin und ich als Sozial- und Kulturwissenschaftlerin. 

Buckapitel in: Wilhelm et al.: Gebäude als System, 2012,121-137

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2012

Interdisziplinarität im (Auf-)Bau

Elena Wilhelm

Interdisziplinarität zeigt sich nicht im Gegenstandsbereich und auch nicht in der Methode. Sie zeigt sich in der fort- und andauernden kooperativen Beziehung. Das klingt zunächst banal, macht aber die interdisziplinäre Kooperation zum konstitutiven Faktor von Wissenschaft überhaupt. Und dadurch kommt in Zukunft dem Netz der interdisziplinären Beziehungen ein Vorrang vor den reinen Disziplinen und der individuellen Autorschaft zu.

Buckapitel in: Wilhelm et al.: Gebäude als System, 2012, 33-41

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2011

Kooperative Gebäude- und Raumproduktionen

Elena Wilhelm

 

Die beiden immer noch gültigen und in der Ausbildung auch evozierten Selbstverständnisse des «Architekten als Autor» oder des «Architekten als Dienstleistungserbringer», erfassen die Komplexität dieser gesellschaftlichen Aufgabe nur unzureichend. Sowohl dem «Autor-Architekten» als auch dem «Dienstleistungs-Architekten» fehlt – natürlich nicht individuell, sondern strukturell – das Bewusstsein über die gesellschaftliche und kulturelle Funktion der Architektur und Raumentwicklung.  Die Komplexität dieses Handelns ist sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis verantwortungsvoll nur noch in enger Kooperation unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure bearbeitbar.

Artikel in: Urban.Art.Marks 2011​

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​​2009

Reflexivität und Soziale Arbeit

Elena Wilhelm und Cornelia Rüegger

   

Es geht nicht um eine Reflexion des Subjektes über sich selbst. Die Reflexivität geht weit über die gelebte Erfahrung des Subjektes hinaus und umfasst die organisatorische und kognitive Struktur der ganzen Profession. Der Sozialarbeiter hat nur dann die Möglichkeit, den gesellschaftlichen Bedingungen, deren Produkt er ist, zu entgehen, wenn er sich mit der Erkenntnis der auf der Profession und ihm selber lastenden gesellschaftlichen Determinierungen ausrüstet und die Zwänge und die Begrenzungen reflektiert, die an die eigene Stellung gebunden sind. Es muss gelingen, eine solche Reflexivität in der Profession zu institutionalisieren und in der Einstellung der Professionellen zu habitualisieren. Um einen reflexiven professionellen Habitus als modus operandi dieser Reflexivität zu entwickeln, müssen in der Ausbildung Verfahren und Methoden der Sozioanalyse (verstanden als Anamnesearbeit an der Profession und an sich selbst) deutlich stärker gewichtet werden. Die Antwort auf die Frage, wie das Handeln in der Sozialen Arbeit trotz möglichen Strukturzwängen gelingender zu gestalten ist, liegt folglich in der Reflexivität als (inkorporierte) Methode und Bestandteil des professionellen Habitus.

 

In: Sozialarbeit in Österreich. Zeitschrift für Soziale Arbeit, Bildung & Politik, 2009, 1, 8-11.

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​​​​​2009

Soziale Arbeit im Strafvollzug Russlands

Elena Wilhelm, Cornelia Rüegger, Joel Gautschi, Sigrid Schilling und Olga Kurenkova

   

1997 beschloss das Justizministerium Russlands die Einführung einer Ausbildung von Sozialarbeitenden für die 846’000 Häftlinge in den russischen Gefängnissen. An der russischen Hochschule «Institut für Recht und Ökonomie» in Volodga (VIPE) wird die Professionalisierung der Sozialen Arbeit im russischen Strafvollzug durch Forschung, Entwicklung und Ausbildung von Sozialarbeitenden für den Bereich des Strafvollzugs vorangetrieben. In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Strafvollzug in Russland zwar grosse Veränderungen erfahren. Die professionelle, systematische und methodisch geleitete Unterstützung durch die Soziale Arbeit zur Re-Integration der Gefangenen ist jedoch nach wie vor randständig. Daraus entwickelten sich das Bedürfnis und die Erwartung unserer russischen Kooperationspartnerin nach der Etablierung einer individualisierenden und die Lebenslage klärenden Sozialen Arbeit in den russischen Gefängnissen, wofür sie unsere Hochschule um Mithilfe bat. 

Artikel in: Sozial Aktuell, 2009, 11, 38-40.

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2008

Forschungslandschaft Soziale Arbeit Schweiz

Elena Wilhelm und Myriam Rutschmann

   

Vor sieben Jahren wurde resümiert, dass in der Schweiz wenig in der Sozialen Arbeit geforscht werde und das Profil dieser Forschung unscharf sei. Aus hochschul- und bildungspolitischen Gründen hatten sich zudem zwei Konzepte von Forschung an Universitäten und Fachhochschulen herausgebildet, die gegeneinander ausgespielt wurden. Wie sieht die Situation heute aus? Eine Übersicht über die Entwicklung der Forschungslandschaft in der Schweiz unter besonderer Berücksichtigung der Frage der Integration von Forschung und Bildung.

In: Sozial Extra, Zeitschrift für Soziale Arbeit, 2008, 1/2, 11-13.

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2008

Theoretisch und empirisch fundierte Entwicklung von Studiengängen

Elena Wilhelm, Esther Forrer, Sonja Markwalder und Anne Parpan-Blaser

In der Diskussion um die Schaffung eines europakompatiblen Bildungssystems ist der Frage nach der Mobilität hohe Aufmerksamkeit geschenkt worden, während die Kompetenzorientierung weniger im Zentrum der Diskussionen stand. Diese stellt allerdings den eigentlichen Paradigmenwechsel in der Hochschulbildung dar: Von der Orientierung auf die von den Dozierenden zu lehrenden Inhalte (Inputorientierung), hin zu einer Orientierung auf die von den Studierenden zu entwickelnden Kompetenzen (Outcomeorientierung). Es erscheint deshalb sinnvoll, diesen Aspekt der Bildungsreform genauer in den Blick zu nehmen und die Frage aufzuwerfen, welche Konsequenzen die Kompetenzorientierung für die Studiengangsentwicklung und die Ausbildung hat. 

neue praxis, 2008, 2, 213-229

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​2007

Ungleichheit durch Sozialpolitik und Soziale Arbeit

Daniel Gredig und Elena Wilhelm

   

Auftrag und Selbstverständnis der Sozialen Arbeit, auf die soziale Integration bzw. Inklusion und die (Wieder-)Herstellung der Subjektivität ihrer Klientel hinzuwirken, verbürgen allerdings nicht, dass die institutionellen Regelungen und beruflichen Praxen in der Tat eine Hilfe zur Integration darstellen und Herstellung von Subjektivität ermöglichen. Weil die Gewährung sozialpolitischer Leistungen systematisch an das Vorliegen von Anspruchsvoraussetzungen geknüpft ist (und Leistungsstrukturen das Ergebnis machtstrukturierter Auseinandersetzungen sind), können institutionelle Regeln stets auch Personen vom Bezug von Leistungen ausschliessen. 

Buchkapitel in: Brumlik et al. (Hg.): Bildung, Macht, Gesellschaft, 2007, 243-258.

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2007

Vom Scientist-Practioner zum Information Scientist?

Esther Forrer, Anne Parpan-Blaser und Elena Wilhelm

   

Evidence-based social work befasst sich mit der Frage nach einer guten bzw. besseren und vor allem wirkungsvolleren Praxis der Sozialen Arbeit. Diese Frage ist alt. Wie steht es mit der Antwort? Die Antwort der Protagonistinnen ist, dass der Rekurs im Handeln auf Theorie unzulänglich sei und sich das Handeln indes auf die Ergebnisse empirischer Wirkungsforschung abstützen müsse. Diese würden vorzugsweise durch randomisierte Kontrollstudien gewonnen und sollten in Manualen und Leitlinien gebündelt abgerufen werden können. Evidence-based social work kann insofern als eine – hinsichtlich dem deutschsprachigen professionalisierungstheoretischen Diskurs – konkurrierende Neuauflage der Frage betrachtet werden, welches Wissen die Soziale Arbeit braucht, um wirksam zu sein. Das Modell hat viel Zustimmung und Kritik evoziert. In der kritischen Auseinandersetzung mit evidence-based social work geht es unter anderem um die Frage nach der Legitimität und Nützlichkeit verschiedener Wissensformen sowie der Art und Weise der Wissensverwendung. In diese Debatte mischen wir uns ein – unter besonderer Berücksichtigung der Frage, was die von uns generierten Erkenntnisse für die Ausbildung in der Sozialen Arbeit bedeuten.

 

Buchkapitel in: Sommerfeld et al. (Hg.): Evidenzbasierte Soziale Arbeit, 2007, 148-171

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2006

Kehrseiten der Sozialen Arbeit

Daniel Gredig und Elena Wilhelm

   

Es müssen neue Perspektiven für die Sozialpolitik und Handlungsoptionen für die eigene Praxis entwickelt werden, die nicht zur Verschärfung oder Perpetuierung von sozialer Ungleichheit beitragen.

In: Sozial Aktuell, 2006, 11, 17-18.

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2006

Abschied von der grossen Erzählung

Elena Wilhelm

   

Eine Disziplin ist zunächst ein Prinzip der Einschränkung, ein Kontrollprinzip der Produktion von Diskursen und erlaubt Konstruktionen im Hinblick auf einen bestimmten Gegenstand mit einem spezifischen Fokus nach bestimmten Spielregeln. Man kann und soll diese selbstverständlich auch kritisieren, in den Effekten reflektieren und sich undiszipliniert geben. Eine Disziplin ist aber auch eine soziale Struktur, die nicht nur begrenzt, sondern Diskurse und Differenzierung erst ermöglicht. Sinnstiftung kann nur diskursiv erfolgen. 

In: Schweizerische Zeitschrift für Soziale Arbeit, 2006, 21, 37-46

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2005

Rationalisierung der Jugendfürsorge

Elena Wilhelm

   

«In ihrer kritisch angelegten und theoretisch fundierten Studie zur Entstehungsgeschichte der modernen Jugendfürsorge leistet Elena Wilhelm einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Debatte über das Aufgaben- und Selbstverständnis der Sozialen Arbeit. Auf der Basis von reichhaltigem Fallmaterial (auf Compactdisc der Publikation beigelegt) wird in einer theoretisch angeleiteten Analyse dargelegt, wie in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts eine am Dispositiv der «Verwahrlosung» orientierte und sich dadurch konstituierende Praxis der Jugendfürsorge entsteht. Auf dem Wege über die Rationalisierung der Kinder- und Jugendfürsorge bildeten sich neue Steuerungsformen des Sozialen heraus, die mit dem Foucault'schen Begriff der gouvernementalité gefasst werden können. In den neuen Fürsorgepraktiken zeigt sich nach Wilhelm nicht das Verschwinden einer bestimmten Machtform (Sozialdisziplinierung), wie dies andere neuere Untersuchungen darlegen wollten, sondern deren Transformation in eine andere.»

«Die Arbeit von Elena Wilhelm stellt die Historiographie der Sozialpädagogik und die systematische Theoriebildung in dieser vor eine erkenntnistheoretisch wie inhaltlich neue Situation. Die Sozialpädagogik wird sich an ihrer Untersuchung abarbeiten müssen, möglicherweise mit noch gar nicht absehbaren, radikalen Konsequenzen für die eigene Theorie.» (Michael Winkler)

«Die Arbeit markiert in vielerlei Hinsicht einen neuen Stand im Prozess der Reflexion und Klärung der sozialpädagogischen Aufgabe; sie lässt vergleichbare vorausgegangene Bemühungen sowohl in der Differenziertheit der Argumentation wie auch in der Reichweite der eröffneten Perspektiven weit hinter sich.» (Walter Hornstein)

2005. Haupt Verlag. Das Buch ist vergriffen.

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2005

Soziale Arbeit und Gesellschaftspolitik

Elena Wilhelm

   

An der Tagung «Soziale Arbeit hat Zukunft», die im Jahr 2000 veranstaltet wurde, hat Roland Merten die Frage aufgeworfen, ob die Soziale Arbeit ein politisches Mandat habe oder nicht. Er selbst hat diese Frage mit «Nein» beantwortet, was im Anschluss zu einer heftigen Debatte geführt hat. Unabhängig von dieser teilweise ideologisch und berufspolitisch geführten Debatte, steht die historisch-empirische Tatsache, dass die Soziale Arbeit, ob sie es will oder nicht, ob es ihr bewusst ist oder nicht, in hohem Masse in gesellschaftspolitische Vorgänge verstrickt ist. Zwei gängige Thesen der sozialpädagogischen Geschichtsschreibung sind an dieser Stelle zu revidieren. 

In: Integras (Hg.) Soziale GmbH. Auslegeordnung in der sozial- und heilpädagogischen Arbeit, 2005, 49-53.

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2005

Zum Wandel des Selbstverständnisses in der Sozialen Arbeit

Elena Wilhelm

   

Während in der Praxis der Sozialen Arbeit seit geraumer Zeit Modelle in einer eigenartigen Gemengenlage aus bürokratischer und neoliberaler Organisationslogik im Chargon des Management vorgetragen und umgesetzt werden, hat im Theoriediskurs die Dienstleistungstheorie Sozialer Arbeit Konjunktur, die ebenfalls einer neoliberalen Logik unterliegt. Diese Modelle in Theorie und Praxis ignorieren dabei aber die erschwerende Handlungs- und Organisationslogik der Sozialen Arbeit, die ihren Ausgangspunkt in ihren Ursprüngen Ende des 19. Jahrhunderts hat und die mit neoliberalen Modellen nicht überwunden werden kann. Nicht nur historisch, sondern auch empirisch und professionalisierungstheoretisch betrachtet, muss die Professionalisierung der Sozialen Arbeit im Grunde genommen als gescheitert betrachtet werden. Die dieses Feld nach wie vor strukturierende bürokratische Logik und die zunehmende Marktlogik stehen im Gegensatz zur Logik professionalisierten Handelns. Die spezifischen Leistungen von Professionen lassen sich nämlich weder administrativ noch durch den Markt kontrollieren. Sie erfordern eine kollegiale, auf die Verinnerlichung professionsethischer Ideale angewiesene Selbstkontrolle. 

2005

Degeneriert, verwahrlost, moralisch defekt

Elena Wilhelm

   

Das vorliegende Dokument präsentiert eine Auswahl von Jugendfürsorgefällen, eine Anthologie von Existenzen, die sich über den Zugriff der rationellen Jugendfürsorge in die Geschichte eingeschrieben haben. Die administrativen Einrichtungen haben untersucht, inspiziert, beobachtet, registriert, verhört, begutachtet, geklagt und all diese Tätigkeiten haben sich in einer unüberschaubaren Masse von Dokumenten niedergeschlagen, die das wachsende Gedächtnis des gewöhnlichen Lebens bilden. Für dieses Leben entstand im ausgehenden 19. Jahrhundert eine neue Regie, die den Menschen das Gesicht der Liederlichkeit, der Verwahrlosung, der Verkommenheit, des moralischen Defektes und der Lasterhaftigkeit zuteilte. Hinter den Etikettierungen der Nachbarinnen und Hausmeister, der Pfarrer und Lehrer, der Verwandten und der administrativen und rechtlichen Organe, die – wie eine Inspektionsgehülfin erklärt – meistens übertrieben, unverhältnismässig, ungerecht und manchmal unwahr gewesen waren, stehen Menschen, die gelebt haben und gestorben sind, Menschen, die gelitten haben, die wütig waren, hasserfüllt, eifersüchtig, verletzlich, arm, traurig, verzweifelt, überfordert, hilflos, liebenswürdig und leidenschaftlich. Die Texte sind ein Stück in der Dramaturgie ihrer Wirklichkeit. In den Texten werden ihre Leben verwaltet und verhandelt: das Leben des brutalen, rohen, arbeitsscheuen und heuchlerischen Heinrich, der lasterhaften und lügnerischen Rosmarie, der frechen und verdorbenen Elisabeth, das Leben des psychopathischen, eitlen, abenteuerlichen und refraktären Arne, des geisteskranken und unverbesserlichen Toni, der entgleisten, liederlichen, unzüchtigen Ilse, des aufgeblasenen, arroganten, renommiersüchtigen aber erziehungsfähigen Walter, das Leben der trotzigen und leichtsinnigen Linda und dasjenige der willigen, intelligenten aber zum Lügen abgerichteten und gefährdeten Anna.

Erschienen als Beilage zur Publikation «Rationalisierung der Jugendfürsorge» (Das Buch ist vergriffen)

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2005

Soziale Arbeit unter der Bedingung von Ambivalenz 

Elena Wilhelm

   

Geschichte stösst nicht immer auf Interesse. Das erstaunt nicht, da uns die Gegenwart ständig konkretes Handeln und Entscheidungen abverlangt, für die, so scheint es zumindest, die Beschäftigung mit Geschichte kaum etwas zu bieten hat. Geschichte vermag uns tatsächlich keine Handlungsanweisungen zu geben. Die Beschäftigung mit Geschichte lässt aber verstehbar werden, weshalb sich die Gegenwart in der gegebenen Form darstellt. Geschichte schreiben und erzählen ist ein Akt, in dem wir die Zeiterfahrung auf aktuelle Orientierungsbedürfnisse hin beziehen können. Geschichte und Geschichten ermöglichen eine Distanzierung und die Aufklärung über unser eigenes Tun. Zu einer kritischen Erzählung wird eine solche Annäherung an Geschichte dadurch, dass mit ihr die Selbstverständlichkeit gegenwärtiger Diskurse und Praktiken gebrochen werden kann und die sie stützenden Normen hinterfragbar werden. Damit aber wird eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung alternativer Denk- und Handlungsmöglichkeiten in der Gegenwart geschaffen. 

Kapitel in: Integras (Hg.) Soziale GmbH. Auslegeordnung in der sozial- und heilpädagogischen Arbeit, 2005, 15-21

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2004

Pathologie der Moderne oder antimoderne Jugendfürsorgepraxis? 

Elena Wilhelm

   

Die Ergebnisse der historischen Jugendfürsorgeforschung scheinen sich zu widersprechen. Ist die Jugendfürsorge zu Beginn des 20. Jahrhunderts angetreten, um die Unterschichten im Hinblick auf bürgerliche Verhaltensweisen zu disziplinieren? Waren ihre Adressaten und Adressatinnen passiv leidende Opfer? Oder waren ihre Objekte kämpferische Subjekte, die ihrerseits die Fürsorgeeinrichtungen kolonialisierten und disziplinierten und die Jugendfürsorge zum Umdenken zwangen? War es dieses Widerstandspotenzial der Betroffenen, das die Jugendfürsorge Ende der 20er Jahre in eine Krise trieb? Oder steuerte sie sich selbst mit ihrem konservativen, antimodernen Charakter in den Untergang? Oder war es die in ihr von Beginn an angelegte Ambivalenz, die in ihr angelegte Janusköpfigkeit der Moderne, die sie scheitern liess? Wie sinnvoll ist es überhaupt, die Geschichtsschreibung der Jugendfürsorge auf die Krise der Weimarer Republik anzulegen? Die Ausführungen resümieren und diskutieren den Forschungsstand auf der Grundlage einer eigenen Untersuchung zur Geschichte der Jugendfürsorge in der Schweiz. Dabei erweist sich die Frontstellung der Thesen als unfruchtbar, da sie eine differenzierte Analytik der Transformationen der Jugendfürsorge in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts behindert.

In: Neue Praxis, 2004, 5, 425-443

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2002

Die Herausbildung neuer Steuerungsformen des Sozialen

Elena Wilhelm

   

Die sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Theoriebildungsversuche erweisen sich auf der Grundlage der historischen Selbstvergewisserung als allzu idealistische Konzipierungsversuche. Die Schilderung der Sozialpädagogik als Vermittlung von Mündigkeit und Zurechnungsfähigkeit, die Definition der Sozialarbeit als Wahrung der Menschenrechte oder als Hilfe zur Lebensbewältigung beschreiben den sozialpädagogischen Traum und die sozialarbeiterische Utopie. Wir brauchen eine Theoretisierung des Feldes und das heißt: wir brauchen Begriffe, mit denen die Komplexität und Vieldeutigkeit der Bearbeitung der «Mischzone des Sozialen» erfasst werden kann. Die aktuellen Abgrenzungsbemühungen zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik erschweren dabei die Rekonstruktion der Logik des Feldes. Wenn Martin Graf die nicht begründete und utopische Vorstellung hegt, die Sozialpädagogik könne sich über eine Loslösung von der Sozialarbeit gegenüber sozialstaatlichen Vereinnahmungen abgrenzen,  wenn Sozialarbeitswissenschaftler/-innen ihrerseits glauben, sich über eine Loslösung von der Sozialpädagogik von disziplinierenden und individualisierenden Strategien befreien zu können,  dann werden damit die Probleme der Sozialen Arbeit zugespitzt und unlösbar gemacht.  Die Abgrenzungsbemühungen verhindern die Rekonstruktion der für die Soziale Arbeit konstitutiven Verschränkung von sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Traditionslinien.

 

Buchkapitel in: Andresen et al. (Hg.). Gesellschaftlicher Wandel und Pädagogik, 2002, 38-51.

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2001

Forschung als Rückgrat von Disziplin und Profession

Daniel Gredig und Elena Wilhelm

   

Eine getrennte Entwicklung von Sozialarbeitsforschung und sozialpädagogischer Forschung hätte aber wohl auch auf anderer Ebene Konsequenzen. Tragen die Forschungstraditionen unterschiedliche Namen und laufen die Trennlinien zwischen ihnen den Grenzen von Ausbildungsstätten entlang, ist die Tendenz zu gewärtigen, dass den Studierenden dieser Ausbildungsstätten vor allem die Erkenntnisse aus den Forschungstraditionen vermittelt werden, die ihrem Ausbildungsort zugeordnet sind. Es ist damit zu befürchten, dass Erkenntnisse aus der jeweils anderen Tradition weniger Beachtung finden und sich die Absolventen und Absolventinnen auf Wissensbestände und Debatten konzentrieren, die unter dem Etikett des eigenen Studienabschlusses laufen. Angesichts von zwei Disziplinen an zwei Orten ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass sich die Professionellen der Sozialpädagogik und der Sozialarbeit je in ihrer Welt abschliessen und ihr professionelles Wissen aus den unterschiedlichen Quellen der gleichnamigen Forschung und Theoriebildung speisen werden. Es scheint angemessen, zu diesem Zeitpunkt einen Marschhalt und eine Denkpause einzufordern. Eine Trennung von sozialpädagogischer Forschung und Sozialarbeitsforschung entlang der in den besprochenen Bänden hervorgetretenen Linien dürfte für die Entwicklung der Disziplin wenig vorteilhaft und mit Blick auf die Profession, mit der die Disziplin korrespondiert, verheerend sein. 

 

In: Zeitschrift für Pädagogik, 2001, 5, 693-702.

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2000

Professionalität

Agnès Fritze, Daniel Gredig und Elena Wilhelm

   

Die sozialpädagogische bzw. sozialarbeiterische Professionalisierungsdebatte qualitativ zu wenden, von ideologischen und normativen Modernisierungsversuchen zu befreien und zu einer empirisch fundierten Abstützung der Argumentation überführen zu wollen, ist ein Vorhaben, das für die weitere Professionsdebatte in der Sozialen Arbeit von Vorteil wäre. Darin ist Thole und Küster-Schapfel ohne Vorbehalt beizupflichten. Um so erstaunlicher ist es dann, dass die Autoren dem Publikum ausgerechnet zu diesen Fragen die ungereimten Ergebnisse von Forschungsprojekten vorlegen, die von Studierenden im Rahmen von Übungen bearbeitet wurden und nun als Fragment präsentiert werden. Professionalität – so will es scheinen – erweist sich mithin als eine Herausforderung für Berufspraxis und Forschung zugleich.

In: Zeitschrift Forschung & Wissenschaft Soziale Arbeit, 2000, 2, S. 25-35.

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​​​​​1997

Andersartig aber gleichwertig

Daniel Gredig und Elena Wilhelm

Kehren wir zu unserer Ausgangsfrage zurück, ob die Forschung Motor der Fachhochschulentwicklung sein könne, so dürfen wir nun antworten: Unter Berücksichtigung der dargelegten Bedingungen der Integration von Forschung und Lehre im Konzept des Forschenden Lernens, dem damit einhergehenden unbedingt beizubehaltenden Praxisbezug der Ausbildung sowie der dadurch bedingten curricularen Neuorientierungen, der Ausrichtung auf eine praxisorientierte Forschung, ohne die Distanz zur Handlungspraxis damit einbüssen zu müssen, der Kooperation und dem Austausch mit unserer Disziplin an der Universität sowie der sauberen Trennung zwischen Forschungs- und Beratungstätigkeit, muss die Implementation von Forschung als eine für die inhaltliche Entwicklung der Fachhochschulen gewinnbringende Dimension betrachtet werden.

Sozialarbeit 1997, 19, 14-25

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1997

Forschendes Lernen am Fall

Irene Somm und Elena Wilhelm 

Im Zentrum unseres Beitrags steht die kritische Diskussion von Rekonstruktionen erziehungswissenschaftlicher Fälle und von Analysen pädagogischer Fallgeschichten. Wir entwickeln ein Konzept des Forschenden Lernens am Fall als Voraussetzung einer neuen Lernkultur. Wir verstehen dabei Forschung auch als einen Modus des Lernens, in dem die reine Vermittlung von Wissen zu Gunsten der eigenen Wissenserzeugung in den Hintergrund gerückt wird. Das Konzept des Forschenden Lernens am Fall nimmt einerseits in einer Kunstlehre der Fallrekonstruktion und andererseits in einer Kunstlehre der Fallanalyse Gestalt an.

Buchkapitel in: Beck et al. (1997): Lernkultur im Wandel, 335–368

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